Für die VfB-Akteure Sebastian Rudy, Julian Schieber, Sven Ulreich und Timo Gebhart sowie deren Kollegen aus der deutschen U21-Nationalmannschaft geht es nächste Woche schon um alles oder nichts. Am Dienstag, 02. März, trifft die heute von Trainer Rainer Adrion nominierte Juniorenauswahl in der EM-Qualifikation auf die Altersgenossen aus Island.

Anpfiff der Partie, die live im DSF übertragen wird, ist um 17.45 Uhr in Magdeburg. Schieber und Co. müssen gewinnen, um die Chancen auf das Erreichen der Play-offs und damit die Teilnahme an der EM 2011 in Dänemark zu wahren.

“Wir haben Island mehrfach beobachtet”

“Wir stehen unter Zugzwang. Nur mit zwei Siegen gegen Island in den kommenden beiden Spielen können wir an den Nordeuropäern vorbeiziehen. Jeder Punktverlust kann das Aus bedeuten – daher haben wir nun vier Endspiele. Nahziel sind die Play offs zur EM-Teilnahme”, erklärt DFB-Trainer Rainer Adrion, der auf eine optimale Vorbereitung vertraut: “Wir haben Island mehrfach beobachtet und wissen, dass sie über eine spielstarke Mannschaft verfügen. Sie spielen forsch nach vorne. Daher dürfen wir uns keine Nachlässigkeiten erlauben.”

Ziel ist die Endrunde im kommenden Jahr in Dänemark

Derzeit liegt der DFB-Nachwuchs in Gruppe 5 nach vier Spielen mit sieben Punkten auf dem dritten Tabellenrang hinter der Tschechischen Republik (fünf Spiele, 15 Punkte) und Island (fünf Spiele, zwölf Punkte). Noch vier Spiele sind zu absolvieren. Nach der Partie in Magdeburg folgen Auswärtsspiele in Island am 11. August und in der Tschechischen Republik am 3. September, ehe die Qualifikation mit dem Heimspiel gegen Nordirland am 7. September endet. Die zehn Gruppensieger und vier besten Gruppenzweiten qualifizieren sich für die Play offs. Die Play off-Spiele werden nach dem K.o.-System in Hin- und Rückspiel ausgetragen. Die sieben Sieger dieser Duelle bestreiten zusammen mit Gastgeber Dänemark die acht Teams umfassende Endrunde im kommenden Jahr.

Die Eintracht hat ihr Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart vor 40.000 Zuschauern mit 1:2 (1:2) verloren. Die Gastgeber drehten dabei die kurzzeitige Gäste-Führung durch Köhler (39.) binnen weniger Minuten wieder um. Zwei Mal traf Cacau (41., 45.) und markierte damit zugleich den Endstand.

Michael Skibbe’s Team kehrt ohne Punkte aus Stuttgart zurück

Trainer Michael Skibbe musste seine Elf gegenüber der Vorwoche (0:0 in Hamburg) auf zwei Positionen umbauen. Während Sebastian Jung erwartungsgemäß für den gesperrten Selim Teber (10. Gelbe Karte) in die Mannschaft rückte, fiel Maik Franz nach seiner im Abschlusstraining erlittenen Schnittwunde über dem Knie kurzfristig aus. Für ihn erhielt Caio erstmals seit dem 13. Spieltag wieder eine Chance von Beginn an im Mittelfeld.

Von Beginn an zeigte die Eintracht in der Stuttgarter Mercedes Benz-Arena, dass sie, insbesondere auf fremden Plätzen, in den vergangenen Wochen reichlich Selbstvertrauen getankt hat. Aus einem kompakten Defensivverbund heraus übernahm man in der Anfangsphase das Kommando und agierte nach schnellem Umschalten sehr ball- und passsicher was schon nach zwei Minuten zur ersten großen Möglichkeit führte. Doch Youngster Sebastian Jung behielt, im Strafraum schön von Ochs freigespielt, nicht die Ruhe und drosch das Leder aus knapp sechs Metern übers Tor anstatt überlegter abzuschließen.

Die Schwaben, für die nach dem beachtlichen Auftritt unter der Woche in der Champions League gegen den Cup-Gewinner FC Barcelona (1:1) nun wieder Bundesligaalltag angesagt war, wirkten gerade zu Beginn geistig und körperlich noch nicht vollkommen auf der Höhe. Etwas kraftlos überließ man der Eintracht zunächst das Feld, eigene Angriffe verpufften an der sicher stehenden Abwehr um den Brasilianer Chris, der sich wieder einmal äußerst konzentriert und enorm zweikampfstark präsentierte.

Es dauerte eine Weile, ehe sich das Spiel beider Teams anpasste und die Bundesligapartie immer matter wurde. Der VfB fing sich nach etwa zwanzig absolvierten Minuten in allen Bereichen und bekam das Spiel unter seine Kontrolle, die Adlerträger folglich mussten sich weiter zurückziehen und lauerten auf gelegentliche Konter. Da die Gastgeber gegen die gut organisierte Eintracht-Abwehr kein Land sahen und die Skibbe-Schützlinge ihrerseits nicht genügend Power nach vorne entwickelten und die Präzision beim finalen Abspiel vermissen ließen, ergaben sich keine nennenswerten Torgelegenheiten.

Nach 39 Minuten musste dann ein individueller Fehler von Sami Khedira herhalten, um das Spiel zu öffnen und endlich spannend zu machen: Der Stuttgarter Nationalspieler vertendelte am Strafraum einen eigentlich schon geklärten Ball gegen den aufmerksamen Caio, der von halblinks zum Tor zog und in der Mitte den frei stehenden Köhler bediente, der wiederum aus vier Meter nur noch ins leere Tor einzuschieben brauchte. Die sensationelle Führung der SGE zu einem wertvollen Zeitpunkt kurz vor der Pause – dachten alle.

Doch es waren noch mehr als fünf Minuten im ersten Durchgang zu gehen, genügend Zeit für den „Mann der Woche“ Cacau, die Partie im Alleingang zu drehen. Zunächst köpfte der deutsche Nationalstürmer eine von Delpierre im Duell gegen Altintop verlängerte Ecke völlig ungedeckt und unhaltbar für Oka Nikolov zum 1:1 ins Tor (41.).

Praktisch mit dem Pausenpfiff sorgte er dann, erneut von den Eintracht-Verteidigern außer Acht gelassen, mit einem satten Fernschuss ins linke obere Eck gar noch für die Pausenführung der Schwaben (45.).

Die zweite Halbzeit begann ohne Veränderung auf beiden Seiten, doch bald schon brachte Michael Skibbe Ümit Korkmaz für Benjamin Köhler, um mehr Dynamik, Durchschlagskraft und Überraschungsmomente herauf zu beschwören.

Die mittlerweile völlig konzentrierten Stuttgarter unter der Egide von Christian Gross machten der Eintracht das Leben allerdings gehörig schwer. Ebenfalls aus einer sehr kompakten Grundordnung und mit schlau verschiebenden Defensivakteuren ließ man die Kreativabteilung der Frankfurter praktisch nie zur Entfaltung kommen, gerade die Außenverteidiger Molinaro und Celozzi schalteten die schnelle Flügelzange Ochs und Korkmaz fast vollkommen aus.

So reichte es trotz des großen Bemühens am Ende nicht zu einem weiteren Achtungserfolg gegen einen allerdings auch starken und geschlossen auftretenden Gegner, der hinten zu wenig zuließ und vorne in Person von Cacau die wenigen Unachtsamkeiten der Eintracht-Abwehr in den letzten vier Minuten der ersten Hälfte gnadenlos ausnutzten. Zudem spielte man den entscheidenden letzten Pass wieder einmal zu ungenau um die wenigen Lücken in der Stuttgarter Hintermannschaft doch aufdecken zu können.

Man konnte sich, als man in den Schlussminuten vollends hinten auf machte, sogar noch bei Keeper Nikolov bedanken, der einen aussichtsreichen Konter der Stuttgarter mit einer fulminanten Dreifachparade gegen Pogrebnyak und Kuzmanovic im Alleingang zu nichte machte und die Mannschaft so noch im Spiel hielt.

Nach dieser ersten Auswärtsniederlage nach fast vier Monaten (zuletzt 0:4 in Leverkusen) steht man in der Tabelle mit weiter 35 Punkten auf Rang sieben, verliert die Europa League-Plätze allerdings so langsam außer Reichweite. Nächsten Samstag steht dann das nicht minder schwere Heimspiel gegen den FC Schalke 04 auf dem Plan.

Mit dem 2:1-Erfolg in Mainz sind die Werderaner ein gutes Stück an die internationalen Plätze herangerückt. Doch obwohl sie am Samstagabend nur noch ein Punkt von Borussia Dortmund und dem Hamburger SV trennt, verfallen die Bremer nicht in Träumereien und bleiben fokussiert auf die kommenden Aufgaben:

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Philipp Bargfrede sorgte wieder für Stabilität in den Reihen der Werderaner.

“Sicherlich war das bisher ein perfektes Wochenende für uns und eine sehr erfolgreiche Woche”, meint Aaron Hunt, der aber weiß, dass es nach ganz oben noch ein weiter Weg für Werder ist. “Wir sollten jetzt nicht direkt zu weit nach oben schauen. Unser Ziel ist es erst einmal an Dortmund vorbeizukommen. Wir wollen am kommenden Wochenende den nächsten Schritt dafür machen. Wir sind auf dem richtigen Weg”, sagt der 23-Jährige, der aber betont, “dass wir noch nicht da sind, wo wir hin wollen”.

Ähnlich beurteilt auch Angreifer Claudio Pizarro die Bremer Situation nach dem Sieg: “Mit den drei Punkten heute sind wir wieder dabei”, meint der 31-Jährige. “Wir müssen versuchen in den nächsten Spielen nachzulegen”, fordert er, denn er weiß um den großen Abstand zur Tabellenspitze: “Die ersten Plätze sind schon sehr weit weg. Wenn wir weiter gewinnen, müssen wir sehen was dabei am Ende herauskommt.”

“Wir sind wieder voll im Geschäft”, betont auch Werder-Keeper Christian Vander, der durch die vergangenen Erfolgserlebnisse einen deutlichen Aufwärtstrend der Bremer sieht: “Wir haben wieder einiges an Selbstvertrauen getankt. Wer weiß, was noch so geht?”

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Mit ihrem Zusammenhalt wollen die Bremer noch einige Punkte in dieser Saison einfahren.

Geschäftsführer Klaus Allofs analysiert die Tabellenkonstellation etwas nüchterner: “Nach oben ist bisher nicht so viel passiert”, betont der 53-Jährige, “aber wir wissen, dass wir noch einige Möglichkeiten haben. Kommende Woche gegen Stuttgart sollen wir die nächste Antwort geben.” Vom Sieger des Wochenendes zu sprechen, war auch für Vize-Kapitän Per Mertesacker des Guten zu viel: “Ich glaube nicht, dass man davon sprechen kann, denn dafür ist die Spitze einfach zu weit weg. Trotzdem haben wir den Abstand auf die internationalen Plätze verkürzen können.” Bleibt festzuhalten: Mit den drei Punkten in Mainz ist Werder in Schlagdistanz zu den internationalen Rängen, gewonnen ist damit jedoch noch nichts.

[27.02.] Nach der Pause wurde Schalke stärker, verzeichnete in diesem Abschnitt 10:2 Torschüsse (insgesamt 17:6) und gewann das 135. Revierderby durch eine Standardsituation und durch einen Freistoß. Nicht untypisch.
Auswärtspleiten: Erstmals seit drei Jahren verlor Borussia Dortmund wieder drei Auswärtsspiele in Folge – zuvor war der BVB in der Fremde noch acht Mal in Folge unbesiegt geblieben.

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Aus der Bahn: Der BVB verlor vier der letzten fünf Spiele.

Durchhänger: Borussia Dortmund verlor vier der letzten fünf Spiele.

Ruhende Bälle: Fast die Hälfte ihrer Gegentore kassierten die Borussen nach Standardsituationen (14 von 32), zudem traf zum siebten Mal ein Abwehrspieler gegen den BVB.

Elfmeter: Nuri Sahin verwandelte auch seinen dritten Strafstoß in der Bundesliga (alle in dieser Saison).

Weitschüsse: Für Schalke war Rakitic´ Siegtreffer nach zuvor 113 glücklosen Versuchen das erste Tor aus der Distanz in dieser Saison. Für die Borussen war es dagegen das zehnte Weitschussgegentor in dieser Spielzeit.
- Ligahöchstwert.

Alt gegen Jung
: Durch die Hereinnahme des 28-jährige Edu begann Schalke mit der ältesten Startelf unter Felix Magath (im Schnitt 26,3 Jahre) – die Borussen waren im Schnitt zwei Jahre jünger.

Dreher: Erstmals seit fast zwei Jahren gewann Schalke ein Spiel nach einem 0:1-Rückstand – im März 2008 hatte S04 dies zuletzt gegen den MSV Duisburg geschafft (2:1).

Auch Basti Reinhardt hielt es am Donnerstagabend nicht auf dem Sofa. Der Innenverteidiger der Rothosen fieberte vor dem TV mit und schrieb sich die Spannung dann von der Seele.

Hamburg – Europapokal, Europapokal…! Geschafft! Wir sind weiter und der Traum vom Finale in unserem Wohnzimmer ist nicht ausgeträumt. Aber was war denn das für ein irres Spiel? Ich wollte mich gerade gemütlich auf mein Sofa fallen lassen, schon stand es 1:0. Aber für die Falschen. Das geht doch nicht. Was war denn da los? Schon hatten wir ungewollt den Hexenkessel in Eindhoven entfacht. Schlechter kannst Du nicht starten. Die erste Halbzeit war dementsprechend „Käse“. Leerdamer, um genau zu sein. Zu einer korrekten Berichterstattung gehört natürlich auch die Erwähnung des 2.Gegentores. Hab ich aber keinen Bock zu, können andere machen.

Ich hoffe nur, dass sich Frank das nächste Mal mit in die Mauer stellt. Wir Ossis kennen uns damit einfach besser aus. So. Finger hoch, wer nach der ersten Halbzeit noch einen Pfifferling auf uns gesetzt hätte! Und nicht schwindeln! Keiner? Hab ich mir gedacht. Ich bildete auch keine Ausnahme. Dachte stattdessen, dass ein bisschen Gras im Pausentee jetzt nicht schaden könnte. Ich weiß nicht welchen Knopf der Trainer gedrückt hat, gewirkt hat er aber. Irgendwas war anders. Ach ja, das Ergebnis. Konntet ihr nicht warten bis ich sitze, Männer? Anscheinend nicht. Mir blieb wieder nur die Zeitlupe. Mein schlechtes Timing zog sich wie ein blau-weiß-schwarzer Faden durch den Abend. Aber auch die Zeitlupe war ganz ansehnlich. Traumpass Trochowski findet großen Zeh von Petric. Sauber! Und plötzlich kam SIE ins Spiel. Sie, die wunderschöne, fantastische, einmalige Europapokal-Arithmetik. Schweres Wort. Keine Ahnung, ob ich es richtig geschrieben habe. Tut mir leid wenn nicht, aber ich kann das Wort kaum unfallfrei aussprechen. Liebe Frauen, ihr kennt Euch ja mittlerweile sehr gut im Fußball aus.

Dann muss ich das ja nicht extra erklären, oder? Zumal ich am Sinn immer noch zweifle. Da gewinnen zwei Mannschaften jeweils ein Spiel, schießen auch noch gleich viel Tore, doch eine fliegt raus. Kann man so machen, muss man aber nicht. Die Schiris haben doch schließlich Münzen dabei!? Aber so läuft der Hase nun mal. Sollte es dennoch weiteren Klärungsbedarf geben, einfach bei Sepp Blatter anrufen. Der hat das doch verzapft, oder? Aber kein Vorwurf, denn gestern war ich ein Freund dieser Rechnung.
Ich bin ja grundsätzlich für Regeln, die uns zu Siegern machen. Könnte man die nicht erweitern? Sepp, schreib auf! Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, vor meiner Couch. Denn ab Mladens Kiste  hatte ich einen Stehplatz. Ich Trottel hatte glatt vergessen, vor den Standing Ovations mein Handtuch auf mein Sofa zu legen. Amateurfehler! Nun musste ich mir einen neuen Platz suchen.
Doch bevor ich überhaupt die Chance bekam, mein Sitzfleisch andernorts zu belasten, gab es Rot für Duschsack. Oder hieß er Dzsudzsak? Ich muss unbedingt unseren Busfahrer Miro fragen, warum nicht alle Polen solche Namen haben wie er. Zadach. Das ist kurz, knapp und vor allem aussprechbar. Schwamm drum! Das Spiel lief unerwartet weiter. Der PSV machte Druck. Moment mal, waren WIR nicht einer mehr???
Hatte sich etwa ein Eindhovener wieder zurück aufs Feld geschlichen? Ich war noch beim Nachzählen, da flog zum Glück Guy vom Platz und wir konnten endlich unsere Überzahl besser ausspielen. Gelernt ist schließlich gelernt. Jetzt lief es flüssiger. Zumindest der Ball. Als Zugabe gab es auch gleich noch einen Elfmeter geschenkt, den „His Coolness“ persönlich verwandelte. Bedankt!
Man kann den Holländern wirklich nicht vorwerfen, schlechte Gastgeber zu sein. In der 88. Minute verlies dann der Protagonist des Tages den Rasen. Ich erhob mich vom Wohnzimmertisch, nicht ohne vorher das Handtuch zu platzieren. Klasse „Trotsche“! Das nenne ich effektiv. Kaum war er allerdings draußen, fingen wir uns einen ein.
Typischer Fall von zu früh gefreut. Mein Gott, ohne Drama geht es bei uns nie ab. Obendrauf zeigten die Wahnsinnigen in Gelb auch noch glatte 5 Minuten Nachspielzeit an. War ja klar. Doch es war nicht zu leugnen, dass wohl jeder im Stadion mindestens die gelbe Karte bekommen hatte. Mein Adrenalinspiegel hatte sich längst wieder bei Sturmflut eingepegelt und die Brandbomben schlugen im Sekundentakt in unserem Sechzehner ein.

Dann fiel es mir wieder ein. Das ist ja das neue HSV-Dogma. Alles abgesprochen. Wir sollen ja die Spiele spannend halten, damit es Euch Fans nicht langweilig wird. Wer Ent-spannung sucht, soll gefälligst in die Eukalyptussauna gehen, nicht zu uns. Unabhängige Untersuchungen bei Bayern München in den 90ern hatten ergeben, dass das ständige ungefährdete Siegen zu großer Trägheit beim Betrachter, lausiger Stimmung im Stadion und -Achtung jetzt kommt es ganz dicke- zunehmender Verfettung der Kuchenblock-Fraktion geführt hat. Die Folgen sind dort noch heute zu spüren. Und da uns unsere Fans sehr am Herzen liegen, gibt es stoßweise, wohl temperierte Adrenalinschübe von Eurer Mannschaft verabreicht. Auf der Rückseite Eurer Eintrittskarte ist immer der Beipackzettel abgedruckt. Und Ihr dachtet immer, das machen wir, um Euch zu ärgern. Ganz im Gegenteil. Das ist nur zu Eurem Besten. Praktikanten-Ehrenwort!

Und da wir ja auch eine gewisse Verantwortung für den gemeinen Bayern-Fan verspüren, sind wir dazu übergegangen, auch die Spiele in München zu gewinnen. Muss nur knapp sein. Gut für die Volksgesundheit. Auftraggeber ist natürlich , wen wundert es, das Gesundheitsministerium.  Sonntag gibt es die nächste Behandlung. Ja, die Bayern-Fans sind ein besonders hartnäckiger Fall. Chronisch veranlagt. Da muss die Therapie über Jahre durchgezogen werden.

Gut, dass die Kasse voll übernimmt. So jetzt ist es raus. Hat alles Methode. Ja hallo, wir überlassen doch beim HSV nichts dem Zufall. Die Zeiten sind vorbei. Deswegen hat Jerome übrigens auch nicht von der Mittellinie geschossen, obwohl nicht mal mehr ne Tulpe den PSV-Kasten bewachte. Die Dinger macht er sonst mit Augen zu und Rücken zum Tor. Pure Absicht. Ist natürlich alles top secret. Also psssst…..! Aber das kriegt hier ja eh keiner mit. Zur Sicherheit zerstört sich diese Kolumne in 10 Sekunden selbst.

Hamburg – Der Europapokal-Krimi gegen Eindhoven hat seine Spuren hinterlassen. Das Sprunggelenk von Mladen Petric sah schon kurz nach den nervenaufreibenden 95 Minuten im Philips-Stadion nicht gut aus. Orlando Engelaar hatte den HSV-Stürmer zuvor rüde von den Beinen geholt. Nach der Rückkehr nach Hamburg ging es für Petric deshalb schnell zur Kernspintomographie. Dort bestätigte sich der erste Verdacht: Ein Band ist leicht angerissen. Eine schmerzliche Angelegenheit, doch der Kroate will weiter alles versuchen, um gegen Bayern dabei zu sein.

“Es fühlt sich schon besser an, als direkt nach dem Spiel. Wir werden morgen abwarten und dann entscheiden”, gibt Petric die Hoffnung nicht auf. Diese hat weiterhin auch Marcell Jansen. Mit den Nachwirkungen seines grippalen Infekts absolvierte der Nationalspieler am Freitag eine Einheit auf dem Laufband. Grünes Licht für einen Einsatz im Nord-Süd-Klassiker konnte er aber nicht geben. “Er fühlt sich noch nicht ganz wohl und steht auf der Kippe”, verkündete Labbadia auf der Pressekonferenz. Nach dem Abschlusstraining am Samstag wird die endgültige Entscheidung getroffen.

Kein Risiko bei van Nistelrooy – Jaro wieder dabei

Diese ist bei Ruud van Nistelrooy bereits gefallen. Der Niederländer entschied nach seiner Einheit mit Athletik-Trainer Markus Günther nach der Europapokal-Partie auch den Einsatz beim FC Bayern München aufgrund seiner Oberschenkel-Probleme abzusagen. “Ich wäre gerne dabei gewesen, aber es macht noch keinen Sinn. Das Risiko ist zu groß”, so van Nistelrooy. Dafür kehrt Kapitän David Jarolim wieder in die Mannschaft zurück. Der Kapitän hatte aufgrund seiner Gelbsperren zuletzt sowohl die Heimpartie in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt, als auch den Europapokalfight gegen Eindhoven von draußen verfolgen müssen. Jetzt ist der Dauerläufer zurück und kann seine Spuren wieder auf dem Feld hinterlassen. In München hat er dazu sicherlich genug Möglichkeiten.

Sein Debüt auf Schalke verlief für Peer Kluge denkbar schlecht. Im ersten Spiel nach der Winterpause gegen seinen Ex-Club 1. FC Nürnberg erlitt der 29-Jährige einen Bänderriss und war erst einmal auf Eis gelegt. Nach dem Comeback in Wolfsburg am vergangenen Spieltag sieht sich der Mittelfeldspieler nun endgültig auf Schalke angekommen.

Peer Kluge war glücklich über seinen ersten Derbysieg.  |Copyright: firo sportphoto

“Das waren wirklich aufregende 90 Minuten”, schwärmte Kluge. “Ich bin sehr glücklich, dass wir die Partie nach dem Rückstand noch drehen konnten. Die Stimmung nach dem Schlusspfiff war überwältigend.” Und obwohl es bereits sein dritter Einsatz für den S04 war, fühlte es sich für den Sachse wie eine gelungene Premiere an: “Das war ein perfekter Einstand für mich!”

Dass die Mannschaft nach dem 0:1 den Kopf nicht in den Sand gesteckt habe, sondern vielmehr auf einen schnellen Ausgleich drängte, spreche für das Team. “Das zeigt, dass wir sowohl Moral als auch die Kraft haben, eine Partie zu drehen.” Nun gelte es, die drei Punkte gegen den BVB in den kommenden Wochen zu vergolden. “Wir haben unseren Vorsprung auf Dortmund vergrößert. Jetzt wollen wir auch die folgenden schwierigen Wochen erfolgreich bewältigen.”

Für Manuel Neuer war der Derbysieg gegen Borussia Dortmund nicht nur aufgrund der Rivalität zwischen den Knappen und dem BVB etwas ganz Besonderes. Der Erfolg fiel zufällig genau mit dem Geburtstag seiner Mutter zusammen: ein doppelter Grund zu feiern.

Manuel Neuer, haben Sie schon realisiert, dass Sie als Derbysieger vom Platz gegangen sind?
Nach dem 0:1 wurde mir schon etwas mulmig, aber nachdem uns der Ausgleich gelungen war, war klar, dass hier noch mehr drin war.

Warum?
Dortmund hat nach dem 1:1 nicht mehr viel nach vorne unternommen, sondern vorwiegend lange Bälle in die Spitze geschlagen. Das kam uns entgegen.

Benötigt die Mannschaft manchmal einen Rückstand, um erfolgreich zu sein?
Manuel Neuer freute sich über den Derbysieg zum Geburtstag  seiner Mutter. |Copyright: firo sportphoto

In Wolfsburg hat man gesehen, dass wir nach einer Führung zu tief gestanden haben und am Ende verloren haben. Heute galt es, einen Rückstand zu drehen. Wir mussten einfach etwas nach vorne machen und haben dementsprechend agiert. Das ist vielleicht vergleichbar mit den Spielen gegen den Hamburger SV und Bayer Leverkusen.

Welche Bedeutung messen Sie diesem Sieg bei?
Es ging nicht allein einen Erfolg im Derby. Dortmund hätte Punkte auf uns gutmachen können, aber wir konnten sie auf Distanz halten. Das war sehr wichtig, denn es liegen nun noch schwere Wochen vor uns. Außerdem war der Sieg sehr schön, weil meine Mutter Geburtstag hat und wir so noch einen Grund mehr haben, ein bisschen zu feiern.

Nach Anlaufschwierigkeiten die Kurve bekommen und gewonnen: So beschrieben Kevin Kuranyi und Lukas Schmitz das 2:1 gegen den BVB.

Lukas Schmitz war glücklich über den 2:1-Sieg. |Copyright:  firo sportphoto

Lukas Schmitz: Das war ein hartes und umkämpftes Spiel. Deswegen bin ich glücklich, dass wir mit 2:1 gewonnen haben. In der ersten Halbzeit haben wir ein paar Fehlpässe zu viel gespielt und nicht das abgerufen, was wir uns vorgenommen hatten. Im zweiten Durchgang war zunächst das Gegentor ein Schock, aber auch der Startschuss für uns, offensiver zu spielen. Das hat sich am Ende ausgezahlt.

Kevin Kuranyi: Wir haben gut begonnen, doch nach etwa zehn Minuten haben sich ein paar kleine Fehler eingeschlichen. In der Phase lief es für Dortmund besser. Doch nach dem Elfmeter haben wir unsere Chance gesucht und zwei wunderschöne Tore erzielt. So konnten wir unseren Vorsprung auf den BVB auf neun Punkte ausbauen.

Vier Holländer auf dem Platz, zwei auf der Bayern-Trainerbank, der niederländische Nationalcoach auf der Tribüne und auch der derzeitige Rasen in der Allianz Arena kommt aus Holland – wenn der FC Bayern am Sonntagabend den Hamburger SV zum Bundesligaspitzenspiel empfängt, wird der Föttmaninger Fußball-Tempel fast ein wenig in „Oranje“ leuchten.

„Es wird ein oranges Spiel. Auf dem Feld und daneben sind viele Holländer, das wird lustig“, sagte Bayern-Kapitän Mark van Bommel im Vorfeld des großen Holländer-Treffens. „Oranje ist eine schöne Farbe, vor allem im Fußball“, meinte Mittelfeldstar Arjen Robben, der sich speziell auf ein Wiedersehen mit Ruud van Nistelrooy gefreut hatte. Der Winterneuzugang des HSV, der bis vor kurzem genau wie Robben bei Real Madrid unter Vertrag stand, fehlt aber in München angeschlagen.

Von Hesselink zu Van Gaal

Van Bommel und Robben bilden beim FC Bayern die Holländer-Fraktion auf dem Platz. Auf der Bank schwingt der niederländische Fußballlehrer Louis van Gaal seit dieser Saison erfolgreich das Zepter. Der 58-Jährige hat neben Co-Trainer Andries Jonker zwei weitere Landsmänner in seinem Mitarbeiterstab (Jos van Diyk und Max Reckers).

„Fußball ist immer das Spiel von einer Mannschaft gegen die andere, aber am Sonntag ist das sicherlich auch ein Spiel zwischen Holländern”, sagte Van Gaal vor der Partie, bei der der FC Bayern seinen 110. Geburtstag gebührend feiern will. Passend zum Oranje-Treffen an diesem Tag: Der erste Trainer in der Geschichte des Rekordmeisters war der in Arnheim geborene Dr. Willem Hesselink (1903 bis 1908).

Auch der Bondscoach ist da

Auch beim HSV setzt man nicht erst seit dieser Saison auf Fußballer aus dem Nachbarland. Neben Stürmerstar Van Nistelrooy (Robben: „Wenn er fit ist und seinen Rhythmus findet, gehört er immer noch zu den besten Torjägern der Welt”), gehören auch Joris Mathijsen und Eljero Elia zur Stammelf. Mit Romeo Castelen befindet sich ein vierter HSV-Oranje derzeit im Aufbautraining.

Kein Wunder, dass sich auch der Trainer der „Elftal“ den Holländer-Gipfel in der Bundesliga nicht entgehen lassen will. Bondscoach Bert van Marwijk wird sich drei Tage vor dem Länderspiel gegen die USA persönlich einen Eindruck von seinen Deutschland-Legionären machen – und bestimmt auch von seiner Tochter und seinen Enkelkindern mit dem Nachnamen Van Bommel.

Großes Interesse auch in Holland

„Wir haben in Holland die Bundesliga ja schon immer verfolgt. Aber durch die vielen Nationalspieler wie Robben und Van Nistelrooy wird das Interesse immer größer“, sagte Ex-Bayer Roy Makaay im Gespräch mit fcbayern.de: „Bis kurz vor Weihnachten konnte man bei uns nur ein Bundesliga-Spiel live sehen, jetzt sind es drei.“

„Meistens werden natürlich die Spiele mit Bayern oder Hamburg übertragen“, berichtete Makaay, der von 2003 bis 2007 das Bayern-Trikot trug und jetzt beim holländischen Traditionsklub Feyenoord Rotterdam unter Vertrag steht, weiter. Das direkte Duell am Sonntag ist auch für die holländischen Medien ein Großereignis. Fünf Mal so viele Reporter wie sonst bei einem Bayern-Heimspiel haben sich für Sonntag angemeldet.

Mieke singt nur für die Bayern

Wer das Spiel gewinnen wird, ist für Makaay keine Frage. „Ich mag, wie Elia Fußball spielt. Aber die Bayern-Holländer sind die besseren“, sagte der 34-Jährige, der seinem Ex-Klub auch zur Wahl des Trainers gratulierte: „Ich kenne Van Gaal von der Nationalmannschaft. Er ist ein guter Trainer, man sieht bei der Mannschaft deutlich seine Handschrift.“ Makaay ist überzeugt, dass „seine“ Bayern die Meisterschale wieder nach München holen werden: „Auch wenn sie jetzt in Nürnberg Punkte abgegeben haben, wird Bayern den Titel gewinnen.“

Vier Holländer auf dem Platz, zwei auf der Bayern-Trainerbank, der niederländische Nationalcoach auf der Tribüne und auch der derzeitige Rasen der Allianz Arena kommt aus Holland – doch der Song „Tulpen aus Amsterdam“ von Mieke Telkamp wird mit Sicherheit nur bei einem Tor von Van Bommel und Robben gespielt.